Tumore (onkologische Neurochirurgie)


4. Akustikusneurinome

Akustikusneurinome sind gutartige Tumore des Gleichgewichtsnervs, der mit dem Hörnerv und dem Nerv für die Gesichtsbewegung (Fazialisnerv) vom Hirnstamm in den inneren Gehörgang zieht. Das typische Symptom ist die einseitige Beeinträchtigung des Hörvermögens. Die Behandlung richtet sich nach der Tumorgröße und dem Hörvermögen. In der Regel kann eine mikrochirurgische Tumorentfernung unter kontinuierlichem Monitoring der (Rest-)-Hörfunktion und der Funktion des Fazialisnervs empfohlen werden (Abb. 8) Bei kleineren Tumoren ohne Hörstörung stellt die Einzeitbestrahlung (Radiochirurgie) eine Therapiealternative dar. Sehr kleine Tumore, die noch keine Symptome verursacht haben, können gegebenenfalls verlaufsbeobachtet werden.

Akustikneurinom Akustikneurinom Abb.8:
Links: Kernspintomographie (MRT) des Kopfes mit Nachweis eines Akustikusneurinoms, erkennbar als homogen weiße Struktur.

Rechts: Die Kernspintomographie nach der Operation zeigt die vollständige Entfernung des Tumors bei Erhalt der Hörfunktion und der Funktion des Nerven für die Gesichtsmuskulatur.




5. Tumore der Hirnanhangsdrüse (Hypophysenadenome)

Hypophysenadenome sind in der Regel gutartige Tumore (Abb.9). Ein Teil der Hypohysenadenome produziert im Überschuss Hormone, wodurch charakteristische Symptome wie Vergrößerung der Hände, Fettleibigkeit und Unfruchtbarkeit entstehen. Hypophysenadenome, die keine Hormone produzieren, werden meistens auffällig durch Sehstörungen. Die meisten hormoproduzierenden sowie die sich durch Sehstörungen manifestierenden Hypophysenadenome müssen operativ entfernt werden. Diese Operation wird üblicherweise durch die Nase durchgeführt, das Mikroskop spielt für die radikale Tumorentfernung eine entscheidende Rolle. In Schwerpunktkliniken wie der Neurochirurgischen Klinik in Göttingen wird die Radikalität durch den Einsatz des Endoskops weiter gesteigert. Nur in Ausnahmefällen muss bei diesen Tumoren der Schädel eröffnet werden.

Hypophysenadenom Hypophysenadenom Abb. 9:
Links: Kernspintomographie (MRT) des Kopfes mit Nachweis eines Hypophysenadenoms, erkennbar als im Vergleich zum Hirngewebe hellere Struktur.

Rechts: Blick durch das Operationsmikroskop nach Entfernung eines Tumors im Bereich der Hirnanhangsdrüse . Rechts im Bild der rechte Schläfenlappen, links im Bild der rechte Stirnlappen des Gehirns. Die umgekehrt Y-förmige Struktur in der Bildmitte ist das rechte Hirnhauptgefäß (Arteria carotis) und ihre Aufteilung. Die blasse Struktur oben links entspricht dem rechten Sehnerv. Alle Strukturen sind nach der mikrochirurgischen Tumorentfernung unverletzt.
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