Vaskuläre Neurochirurgie


Einer der Schwerpunkte der Abteilung für Neurochirurgie sowohl klinisch als auch wissenschaftlich ist die Behandlung vaskulärer Erkrankungen des zentralen Nervensystems.  Unter vaskulären Erkrankungen sind alle angeborenen und erworbenen Läsionen der versorgenden Gefäße des Rückenmarks und Hirns, Kurzschlüsse zwischen Arterien und Venen in der Rückenmark- und Hirnsubstanz, aber auch tumorartige Raumforderungen zu verstehen. Zu den vaskulären Erkrankungen gehört auch der „blutige“ Schlaganfall. Entsprechend der hohen Expertise gehört die Neurochirurgische Abteilung neben Frankfurt, Siegen, Essen, Düsseldorf und Berlin zu den lediglich 6 von der Deutschen Gesellschaft für Neurochirurgie zertifizierten Zentren. Die Expertise wird auch dokumentiert durch die hohe Zahl von wissenschaftlichen Publikationen auf diesem Sektor. Im Folgenden sind die häufigsten vaskulären Krankheitsbilder und deren Therapie im Detail kurz dargestellt.


Aneurysmen
Aneurysmen sind angeborene Gefäßaussackungen im Bereich der Verzweigung von Hirnbasisarterien (Abb.).  Diese Aneurysmen können im Laufe des Lebens wachsen und zu Symptomen durch Druck auf Hirn und Hirnnerven führen. Viel häufiger ist allerdings ein Platzen des Aneurysmas, es ergießt sich dann arterielles Blut in die das Gehirn umgebenden, mit Hirnnervenwasser gefüllten Räume. Dieses dramatische Ereignis wird als Subarachnoidalblutung (SAB) bezeichnet und geht mit vernichtendem Kopfschmerz, Nackensteifigkeit,  Bewusstseinstrübung und Koma einher. Diese Aneurysmen, einmal geplatzt, neigen zu einem raschen neuerlichen Platzen, weshalb ein Verschluss zwingend notwendig ist.  Generell gibt es zwei Behandlungsoptionen, die Coilembolisation und die Operation. Bei der Coilembolisation wird ein dünner Katheter von der Leistenarterie durch das Gefäßsystem bis zu dem Aneurysma navigiert und dieses dann mit Platinspiralen ausgestopft (Abb.). Bei der Operation hingegen werden das Aneurysma und das Aneurysma-tragende Gefäß von außen dargestellt und dann das Aneurysma mit einem Clip, einer Art Klammer aus Titan, verschlossen (Abb.). Je nach Lokalisation, Größe und Form des Aneurysmas ist entweder die Coilembolisation oder die Operation die Methode der Wahl. In enger Zusammenarbeit mit den Kollegen der Neuroradiologie wird in unserer Klinik dem Patienten mit einem Aneurysma das Verfahren angeboten, das mit dem geringsten Risiko für den Patienten die maximale Verschlussrate des Aneurysmas bietet. Entsprechend der spezialisierten Ausrichtung der neurochirurgischen Abteilung kommen in wenigen Hochrisikofällen auch Verfahren zum Einsatz, die sonst nur in wenigen Kliniken Deutschlands verfügbar sind, wie Bypass-Techniken, oder auch Operationen im Herzstillstand, die wir als erste Klinik in Norddeutschland vor 5 Jahren eingeführt haben.

Aneurysma gecoiltes Aneurysma geclipptes Aneurysma
Gefäßdarstellung:
Aneurysma
(Gefäßaussackung)
3-D-Gefäßdarstellung:
Gecoiltes (mit Platinspiralen
ausgestopftes) Aneurysma
3-D-Gefäßdarstellung:
Geclipptes Aneurysma
(Clip weiß)




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