Vaskuläre Neurochirurgie

Angiom

Arteriovenöse Malformationen, Angiome
Angiome lassen sich mit arteriellen „Blutschwämmen“ (Abb) im Gehirngewebe vergleichen, welche meist durch epileptische Anfälle oder Blutungen in das Hirngewebe symptomatisch werden. In zunehmendem  Maße werden Angiome auch zufällig entdeckt. Symptomatik, Größe und Lage des Angioms aber auch patientenindividuelle Aspekte, wie zum Beispiel das Alter bestimmen die Wahl der Therapie. Bei Angiomen kommen neben einer Operation auch die Embolisation und die als Radiochirurgie bezeichnete Einzeitbestrahlung zum Einsatz. Oft ist auch eine Kombination dieser Therapien zum erfolgreichen Ausschluss des Angioms erforderlich.

Abb. 3-D-Gefäßdarstellung: Angiom (Blutschwamm)


Kavernome
Im Gegensatz zu den Angiomen sind Kavernome kleinere Blutschwämme, welche keine arterielle Versorgung und keine abführenden Venen haben (Abb). Diese Kavernome werden symptomatisch durch epileptische Anfälle und durch abrupte Größenzunahmen als Folge von Einblutungen in das Kavernom selbst. Blutungen in das Gehirngewebe sind weniger häufig. Symptomatische Kavernome werden operativ therapiert, Embolisation und Bestrahlung spielen keine Rolle. Kavernome im Bereich des Hirnstamms stellen aufgrund der engen Lagebeziehung zu wichtigen anatomischen Strukturen eine besondere operative Herausforderung dar. Diese Hirnstamm-Kavernome stellen in unserer Klinik einen besonderen Behandlungsschwerpunkt dar.
KavernomAbb. Spezial-Magnetresonanztomographie (MRT): Kavernom (schwarz) in direkter Nachbarschaft zur Bewegungsbahn (blau)


erweiterte Venen
Durale arteriovenöse Fisteln
Diese Fisteln sind Kurzschlüsse zwischen Arterien und Venen im Bereich der harten Hirnhaut (Dura). Bei einigen Fisteln ziehen die Venen auch zu der Hirnoberfläche (Abb)und verursachen dort Hirnblutungen. Daher werden diese Fisteln auch als aggressive Fisteln bezeichnet und bedürfen einer Therapie. In Frage kommen sowohl die Embolisation als auch die Operation. Die durale arteriovenöse Fistel ist die seltenste Gefäßerkrankung des Gehirns, so dass die Göttinger Neurochirurgie mit mehr als 40 operierten Fisteln eines der international erfahrensten  Zentren für diese Erkrankung ist.

Abb. Gefäßdarstellung: Erweiterte Venen auf der Hirnoberfläche

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