Vaskuläre Neurochirurgie



„Blutiger“ Schlaganfall, Hirnblutung
Unter dem blutigen Schlaganfall versteht man die spontane Blutung in das Hirngewebe. Meist durch langjährigen Bluthochdruck kommt es zu einer vermehrten Brüchigkeit kleiner Arterien im Hirngewebe, aus denen es bei der nächsten Blutdruckspitze blutet. Diese Blutung zerstört Hirngewebe und führt abrupt zu schwerwiegenden neurologischen Ausfällen wie Lähmung, Sprachstörung oder auch Koma. Die rasche Entfernung des Blutgerinnsels ist zur Besserung der Symptome erforderlich. Hierzu haben wir 1995 ein minimal-invasives Verfahren entwickelt, bei dem über einen Katheter das Blut aufgelöst und dann abgeleitet wird (Abb). Dieses Verfahren wird nur sporadisch in deutschen Kliniken angewandt, obwohl eine große internationale Studie gezeigt hatte, dass die konventionelle Operation keinen Vorteil für den Patienten bietet. 

Abb. Computertomographie (CT): Planung der Katheterlage im Operationssaal



Kavernomdurale Fistel Spinale Gefäßmalformationen
Gefäßerkrankungen im Bereich des Rückenmark und der Rückenmarkshäute sind extrem selten und werden daher nur in wenigen spezialisierten Zentren therapiert. Generell kommen im Rückenmark die gleichen Erkrankungen wie im Gehirn, nämlich Aneursymen, Angiome, Kavernome und durale arteriovenöse Fisteln, vor, nur ist im Rückenmark die prozentuale Verteilung eine andere. Aneurysmen sind eine absolute Rarität, und auch spinale Angiome sind kaum anzutreffen. Kavernome sind etwas häufiger, die größte weltweit publizierte operative Serie kommt aus unserer Klinik und umfasst 30 Fälle (Abb). Die häufigste spinale Gefäßerkrankung ist die durale arteriovenöse Fistel (Abb), die trotz aller Fortschritte in der interventionellen Neuroradiologie heute noch eine Domäne der Operation ist.

Abb. oben: Intraoperatives Bild einer duralen arteriovenösen Fistel
Abb. unten: Magnetresonanztomographie (MRT) des Halsmarks mit Nachweis eines Kavernoms




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